Dipl. - Ing. Thomas Waibl
Planung von Starkstrom-, Mittelspannungs- und Hochspannungsanlagen www.pepesale.de

Netzplanung


Meist sind Mittelspannungsnetze Gebilde, die über lange Zeit gewachsen sind. Alte und neue Strukturen überlagern sich, die Vorstellungen mehrerer Generationen von Verantwortlichen sind erkennbar.

Aus heutiger Sicht wünscht man sich ein Netz, das wartungsfrei, kurzschlussfest und leicht und günstig erweiterbar ist. Netzrückwirkungen sollen minimiert werden, die Betriebsführung soll einfach, die Ausfallsicherheit hoch sein.

Die Planung eines Netzes, das diese Forderungen - bei vertretbaren Kosten - vereint, erfordert Erfahrung. Das Wissen um bewährte Lösungsansätze und das Wissen um die am Markt gängigen Produkte (und deren Preise) ist hierzu notwendig.

Für den Verantwortlichen, der meist nur einen geringen Teil seiner Arbeitszeit dem Hochspannungsnetz widmet, ist es deshalb ratsam, die Hilfe eines Planers, der die Erfahrung in dieser Sparte hat, in Anspruch zu nehmen.

Themen:

  • wartungsfrei: Bei Einsatz geeigneter Komponenten, wie geeigneter Transformatoren, Stecksysteme und Schaltanlagen lassen sich heute Anlagen bauen, die nahezu wartungsfrei sind. Dies kommt der Tendenz entgegen, dass immer größere Anlagen mit weniger Personal betrieben werden sollen.
  • kurzschlussfest: Durch das Anwachsen des Stromverbrauches aus den öffentlichen Netzen wächst auch die Kurzschlussstromstärke stetig an. Ältere Anlagen sind zum Teil nicht mehr in der Anlage, bei Fehlern diese sicher abzuschalten. Ein Abschaltversuch der fehlschlägt, bedeutet eine Personen- und Brandgefährdung. Beispielsweise sind die in Österreich häufigen LOW-Schalter in ölarmer Ausführung vielfach den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Durch den Aufbau mit Öl ist die Brand- und Personengefahr dann besonders hoch.
    Laut den gültigen Vorschriften sind in diesen Fällen die Auslösungen zu blockieren.
  • erweiterbar: Schon in der Vorplanung sollten an geeigneten Stellen Leistungsschalter vorgesehen werden, um bei einer Erweiterung selektive Schutzauslösungen zu ermöglichen.
    Die Spannungsebene ist für eine wirtschaftliche Erweiterbarkeit bedeutsam. Oftmals (insbesondere in Österreich) ist es sinnvoll sich durch Kuppeltransformatoren vom 25 bzw. 30 kV Netz abzukoppeln. Werksintern kann dann mit den wesentlich günstigeren 10 oder 20 kV Komponenten gearbeitet werden.
  • Netzrückwirkungen: Idealerweise sollten bestimmte Verbraucher (ASM mit Direkt oder Stern/Dreieckanlauf oder Stromrichter) an eigenen Transformatoren betrieben werden.
  • Betriebsführung: Der Betriebsführende hat idealerweise an der Stelle an der er sich oft aufhält und Kommunikationsmöglichkeiten hat, einen Überblick über das Netz. Oft genügt die Nachrüstung einfacher Schaltstellungsanzeiger und die Visualisierung auf einem PC.
    Bei Störungen kann er über Funk andere Elektriker anweisen, welche Schalthandlungen durchzuführen sind. Er selbst kann als einziger die Auswirkungen der Schalthandlungen im Überblick behalten.
  • Hohe Ausfallsicherheit bedeutet oftmals auch sich von alten Kabelverbindungen zu trennen. Statistisch trägt jedes Bauteil, das unter Spannung steht, zur Fehlerwahrscheinlichkeit im Netz bei. Umso älter die Bauteile, umso stärker.
    Eine einfache Ringstruktur ist in vielen Fällen ein deutliches Optimum an Ausfallsicherheit. Was darüber hinausgeht führt eher zu Unübersichtlichkeit, die besonders bei der Fehlersuche unangenehm ist.